Zu viele Prioritäten sind einfach keine Prioritäten.
Und trotzdem passiert es immer wieder, dass Transformation obendrauf kommt und nichts aufgehört wird. Neue Initiativen werden gestartet, während alte weiterlaufen. Wandel wird zusätzlich organisiert, nicht statt etwas anderem.
Das Ergebnis: Überlastung. Viel Aktivität, wenig Bewegung. Und irgendwann das ungute Gefühl, dass sich trotz allem Bemühen nicht wirklich etwas verändert.
Das „on top“-Problem
Dahinter steckt oft dieselbe Führungslogik: Neues wird hinzugefügt, ohne Altes loszulassen.
Meetings, Prozesse, Berichtspflichten, Projekte – vieles davon hat seinen Ursprung in Entscheidungen, die längst überholt sind. Aber sie laufen weiter. Weil niemand explizit entschieden hat, dass sie aufhören.
Transformation braucht Fokus. Und Fokus bedeutet immer auch: Entscheidung gegen etwas. Ganz bewusst. Jede Priorität hat ihren Preis.
Start. Stop. Continue.
- Start: Was fangen wir an, weil es die Transformation trägt?
- Stop: Was hören wir auf, weil es Energie bindet, ohne Wirkung zu erzeugen?
- Continue: Was führen wir weiter, weil es wirklich zählt?
Die schwierigste Frage ist die mittlere. Organisationen sind gut darin, Neues zu beginnen. Beim Beenden tun sie sich schwerer. Aufhören zu lassen kostet mehr Mut als anzufangen. Darüber wird kaum gesprochen und noch seltener gehandelt.
Fokus ist eine Entscheidungsfrage
Fokus ist eine Frage der Klarheit: Was zählt wirklich und was hält uns nur im Gestern fest?
Diese Klarheit entsteht in den Entscheidungen, die Führung jeden Tag trifft. Oder eben nicht trifft. Wer alles gleich wichtig findet oder einfach laufen lässt, entscheidet im Grunde gar nicht.
Führung entscheidet, was aufhört
Der Raum für Transformation muss bewusst entschieden und priorisiert werden. Nicht unbedingt mehr Zeit, nicht mehr Ressourcen, sondern Entscheidungen, die Platz machen. Nicht nur zu entscheiden, was beginnt, sondern auch, was endet: eine wichtige Führungsaufgabe.
Jede Initiative, die weiterläuft ohne Wirkung, bindet Energie. Und ein „wir machen einfach beides“ ist meistens keines von beidem wirklich.
Raum entsteht durch Klarheit. Und Klarheit beginnt mit dem Mut, Nein zu sagen, auch zu Dingen, die einmal wichtig waren.
Drei Fragen zur Selbstreflexion
- Was läuft in meiner Organisation noch, obwohl es längst aufgehört haben sollte?
- Wo kommt Transformation „on top“ und was müsste dafür aufhören?
- Welche Entscheidung treffe ich heute nicht und was kostet dieses Nicht-Entscheiden?
Meine Einladung an Sie
Schaffen Sie Raum durch Entscheidung. Fragen Sie sich: Was fängt an? Was hört auf? Was bleibt? Transformation braucht Fokus, auch Ihren Fokus. Und Fokus beginnt damit, loszulassen, was nicht mehr trägt.
Genau hier setzt meine Arbeit an. Unterschiedliche Veränderungssituationen brauchen unterschiedliche Wege. Keine Blaupausen, sondern Wege, die wir gemeinsam gestalten. Wie kann das konkret aussehen? Mögliche Wege der Zusammenarbeit finden Sie hier. [Link]
Dieser Newsletter ist eine Einladung – zum Innehalten, Weiterdenken und Austausch. Wo schaffen Sie bewusst Raum für Transformation? Was funktioniert – und was nicht? Ich freue mich auf den Dialog.
Herzlich, Feli von Kyaw
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Ich freue mich, die dritte Ausgabe meiner Kolumne „Weitblick & Wirkung“ mit Ihnen zu teilen: „Restrukturierung: Zukunft vor Abbau“ – hier geht’s zum Beitrag: [Link]
Ebenso lade ich Sie ein, meinen Beitrag “Das Transformation Office als Herzstück wirksamer Transformation“ im Buch „Leadership in der Transformation“ von Dr. Sabrina Zeplin zu lesen. Link
In diesem Zusammenhang sei gerne auch noch mal an das Interview in der Wirtschaftswoche „Stellenabbau“ erinnert – hier geht’s zum Beitrag [Link]
Über Shaping Change: Dieser Newsletter teilt Insights, Impulse & Inspiration für wirksame Veränderung – aus Praxis und Reflexion. Für Entscheider:innen.
